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An diesen Orten gibt es für Urlauber Corona-Lockerungen

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Seit vergangenem Herbst gibt es in ganz Deutschland ein Beherbergungsverbot. Jetzt wird in den ersten Bundesländern der Urlaub langsam wieder möglich. Ein Überblick. 

Mit dem bundesweiten Lockdown im vergangenen Herbst kam auch das Beherbergungsverbot: Touristische Reisen innerhalb Deutschlands sind seither nahezu unmöglich. Denn weder Hotels, noch Ferienwohnungen, Campingplätze oder andere Unterkünfte dürfen Touristen aufnehmen. Lediglich geschäftliche Reisen blieben seitdem erlaubt. Mittlerweile gibt es allerdings erste Lockerungen und ein Urlaub im eigenen Land ist mancherorts wieder möglich. 

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, greifen dort ab dem übernächsten Tag bundeseinheitliche Maßnahmen: Restaurants und Hotels bleiben geschlossen. Für Regionen mit stabilen Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 entscheiden die Länder über die Corona-Maßnahmen.

Achtung: Die Regelungen in den einzelnen Bundesländern erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wurden zuletzt am 14. Mai 2021 aktualisiert. Für detaillierte und tagesaktuelle Informationen wenden Sie sich am besten an die zuständigen Behörden Ihrer Region. 

Niedersachsen

In Niedersachsen sind Tourismus und Gastronomie seit dem 10. Mai wieder vorsichtig geöffnet worden. Übernachtungen in Hotels, Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen sind zunächst für Einwohner des Bundeslandes möglich, es zählt der Erst- oder Zweitwohnsitz. An dieser sogenannten Landeskinderregelung soll voraussichtlich bis Ende Mai festgehalten werden. Geöffnet hat zudem die Außengastronomie, all dies kombiniert mit einer Testpflicht. Tagesausflüge sind uneingeschränkt möglich, auch für Einwohner anderer Bundesländer.

Der große Ansturm auf Inseln und Küste ist zum Start aber zunächst ausgeblieben. Das berichteten unter anderem die Fährbetreiber in Emden und Norddeich. Die Urlauber hätten sich insgesamt sehr umsichtig und rücksichtsvoll verhalten.

Schleswig-Holstein

Im nördlichsten Bundesland ist Tourismus mit Übernachtungen und Gastronomie derzeit in vier Modellregionen möglich: An der Lübecker Bucht in den Ostsee-Ferienorten Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Neustadt und Sierksdorf, in Nordfriesland inklusive Sylt, in der Schleiregion um Schleswig und Kappeln plus Eckernförde sowie in Büsum (Dithmarschen).

Es gibt Kontaktbeschränkungen und strenge Hygieneauflagen, samt Testpflicht in dichten Abständen. Überall im Land ist bereits Außengastronomie erlaubt, da die Corona-Inzidenz durchweg unter 100 liegt.

Ab 17. Mai öffnet Schleswig-Holstein den Tourismus für das ganze Land, bei anhaltenden Restriktionen, die allerdings gelockert werden. Beherbergungsbetriebe dürfen dann wieder öffnen und auch die Innengastronomie darf wieder Gäste empfangen. Mit dem Schritt überträgt die Regierung die wesentlichen Regelungen aus den Tourismus-Modellprojekten auf das gesamte Land. „Das heißt, dass wir noch vor Pfingsten wieder Urlaub oder den Besuch von Innengastronomie in allen Teilen des Landes ermöglichen“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther. Bei Sieben-Tage-Inzidenzen von über 100 greife wieder die Notbremse. Frische negative Corona-Tests bleiben Pflicht für alle.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern darf die Gastronomie von Pfingstsonntag (23. Mai) an wieder öffnen – außen und innen. Der Tourismus in dem Bundesland wird am 7. Juni für Einwohner des Landes und am 14. Juni für Gäste aus den anderen Bundesländern geöffnet. Ab sofort könne gebucht werden, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Bayern

In bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 dürfen am Pfingstwochenende Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze und auch Jugendherbergen wieder für Touristen öffnen. Gleiches gilt für Seilbahnen, die Fluss- und Seenschifffahrt, touristischen Bahn- und Busverkehr, Städte- und Gästeführungen im Freien sowie für die Außenbereiche von medizinischen Thermen.

Voraussetzung ist ein maximal 24 Stunden alter negativer Corona-Test. Biergärten und die Außengastronomie dürfen bereits jetzt bei Inzidenzen unter 100 wieder öffnen.

Berlin

Am Dienstag hatte der Senat Lockerungen für die Außengastronomie in Aussicht gestellt, am Freitag hat er sie nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nun beschlossen, für die Zeit ab Freitag vor Pfingsten (21.5.). Voraussetzung ist neben einem vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie obligatorischen Hygienekonzept, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin weiter stabil unter 100 liegt. Gäste müssen einen negativen Corona-Test nachweisen oder vollständigen Impfschutz haben. In den Innenräumen dürfen Gaststätten weiterhin keine Gäste bewirten. Für die Hotels in der Hauptstadt sind noch keine Öffnungsschritte geplant.

Hamburg

Die Hamburger Gastronomen dürfen auf eine Öffnung ihrer Außenbereiche schon zu Pfingsten hoffen. Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ (Freitag) will Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) bezahltes Essen und Trinken im Freien statt frühestens in einem Monat nun doch bereits im zweiten Lockerungsschritt ermöglichen, über den der Senat am kommenden Dienstag beraten wird.

Auch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gibt es Überlegungen im rot-grünen Senat, die Außengastronomie bereits zu Pfingsten freizugeben. Angesichts einer Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 hatte der Hamburger Senat die nächtliche Ausgangsbeschränkung aufgehoben. Zunächst hieß es, die Außenbereiche von Restaurants und Kneipen sollten in Hamburg frühestens Anfang Juni öffnen dürfen.  

Nordrhein-Westfalen

Im bevölkerungsreichsten Bundesland sollen Hotels und Pensionen für private Gäste bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 100 wieder öffnen dürfen. Sie können aber nur bis zu 60 Prozent ihrer Kapazitäten ausschöpfen. Gäste müssen getestet, geimpft oder genesen sein.

Auch Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen wieder öffnen. Bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 50 fallen die Kapazitätsbegrenzungen für Hotels weg. Bei unter 100 darf die Außengastronomie wieder geöffnet werden, sind es weniger als 50 Infizierte je 100.000 Einwohner, darf auch wieder drinnen bedient werden. Wieder öffnen dürfen Minigolfanlagen, Klettergärten und andere kleine Freizeiteinrichtungen.

Sachsen

Sobald die Sieben-Tage-Inzidenz in Landkreisen und kreisfreien Städten stabil unter 100 liegt, will Sachsen langsam wieder Tourismus erlauben. Seit dem 10. Mai ist die Übernachtung auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen betroffener Regionen wieder erlaubt. Bei einer Inzidenz von unter 50 sollen dann auch Pensionen und Hotels wieder Gäste empfangen dürfen.

Baden-Württemberg

Baden-Württemberg will schon von Samstag an unter bestimmten Bedingungen die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit lockern. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen.

Baden-Württemberg sei bei der Öffnung der Innengastronomie bundesweiter Vorreiter, hieß es. Der Plan der Regierung sieht weiter vor, in den Kreisen mit niedrigen Inzidenzen Hotels und Pensionen wieder öffnen zu lassen – auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden.



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Ansturm auf Biergärten vor Deutschland-Spiel: Nicht alle Wirte sind glücklich

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„Die Regeln sind nicht durchdacht“: Ansturm auf Biergärten vor dem Deutschland-Spiel – doch nicht alle Wirte sind glücklich

Die Biergärten in der Hauptstadt freuen sich auf die EM. Bei Temperaturen von mehr als dreißig Grad wollen sich viele Besucher das Deutschland-Spiel der Fußball-EM anschauen. Wie sich die Biergärten auf den Ansturm vorbereiten und was die Gäste denken.

Wer einen Platz im Biergarten ergattert, kann sich glücklich schätzen. Eine stichprobenartige Umfrage ergab, dass bei vielen beliebten Biergärten entweder der Anrufbeantworter ansprang oder aber alle Plätze restlos ausgebucht waren. In der Haupstadt ist die Test- und Maskenpflicht für die Außengastronomie gefallen. Trotzdem warnt Virologe Drosten vor der ansteckenden Delta-Variante des Corona-Virus. FOCUS Online war heute Mittag in Berlin unterwegs, um die Stimmung in Berlin einzufangen.

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Der Hackesche Markt in Berlin Mitte ist ein großer, zubetonierter Platz, der bei Temperaturen über dreißig Grad wie ein Backofen wirkt. Überall haben die Restaurants ihre Tische unter die Sonnenschirme gestellt. Vor allem Touristen kommen zum Essen hierher. Doch noch gibt es viele freie Plätze an den Tischen, die Lokale sind etwa zu einem Drittel belegt.

Viele Biergärten sind bei Deutschland-Spielen komplett ausgebucht

Daniel, ein entspannter junger Mann mit kurzen Haaren und Polohemd, spricht die Passanten an. Er sucht Mitarbeiter für seine Agentur um die Ecke. Später will er noch mit Freunden in den Biergarten, „Deutschland gucken“. Um einen freien Platz macht er sich keine Sorgen: „Ich war schon die letzten Tage unterwegs und hatten keine Probleme. Wir entscheiden nachher spontan, wo wir hingehen.“ Vor dem Virus habe er keine Angst, seit zwei Tagen ist er geimpft: „Wir haben eigentlich immer einen Corona-Test dabei. Ich denke, es ist alles sicher. Von Corona halte ich nicht viel.“

Auf dem sonst so belebten Alexanderplatz ist alles ruhig, die üblichen Touristen-Lokale sind gut ausgelastet. Bei der großen Hitze scheinen die meisten jedoch nicht draußen essen zu wollen.

Keine Auskunft vom Senat – Wirt Kirchner klagt über die Berliner Politik

Per Mail schildert Gastwirt Steffen Kirchner gegenüber FOCUS Online seine Enttäuschung über den Senat. Kirchner betreibt das Lokal Loretta am Wannsee, zu dem auch ein großer Biergarten gehört. Dieses Jahr bietet er kein Public-Viewing zu EM an, die Verordnungen des Senats seien zu ungenau gewesen. Ob es sich dabei um eine Veranstaltung handelt, „konnte uns beim Senat unglaublicher Weise niemand sagen. Es wurden Regeln herausgegeben, die einfach nicht zu Ende durchdacht waren.“ Die Verbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus finde er besorgniserregend. „Wir hoffen inständig, dass die Politik diesmal eine Öffnungsstrategie vorbereitet hat.“ Die Gastronomie sei sicher, betont Kirchner nachdrücklich.

Gegenüber vom Bundeskanzleramt liegt der Biergarten des Zollpackhofs an der Spree. Gut zwei Drittel der Tische sind belegt, viele Paare und Familien kehren auf eine Kleinigkeit zu Essen ein. Inhaber Benjamin Groenewold findet spontan Zeit für ein kurzes Statement. Heute Abend sei bei ihm volles Haus, er zeigt das Deutschland-Spiel draußen auf großen Fernsehern.

„Die Leute sind wieder ausgelassener“

„Der Sommer und die warmen Temperaturen tragen sicherlich dazu bei, dass die Leute ausgelassener sind. Es liegt an uns allen, die neu gewonnenen Freiheiten nicht zu gefährden“, so Groenewold. „Wir sollten weiterhin vorsichtig sein, um miteinander gut durch diese Zeit zu kommen. Dazu zählen gegenseitige Rücksichtnahme und die Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln.“

Eine weitere Biergarten-Institution ist der Prater im Prenzlauer Berg. Es sind noch viele Plätze leer, eine Reservierung für das Spiel ist nicht möglich. Verena ist Anfang dreißig, trägt ein schwarzes Kleid und einen Jutebeutel über der Schulter. Sie kommt eigentlich aus München und besucht übers Wochenende ihre Freundin in Berlin. Zusammen wollen sie sich die Partie im Prater anschauen. „Ich bin total im EM-Fieber“, freut sie sich. „Es ist schön mal über etwas anderes als Corona zu reden.“ Die Lockerungen seien aufgrund der niedrigen Inzidenzen vertretbar. „Nur dass die Stadien voll sind, das sehe ich kritisch. Wir sollten einfach abwarten.“

Fazit der Tour: Am Mittag waren noch viele Plätze in Restaurants und Biergärten voll. Doch der Schein trügt. Für den Abend erwarten alle Gastronomen, die das Spiel zeigen, einen großen Ansturm. Hoffentlich bleibt alles sicher, die Wirte freuen sich nämlich, dass es endlich wieder bergauf geht.

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250-Kilometer-Lauf: Steffi Saul kämpft gegen Hitze

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Stuttgart (dpa) – Früher war Stefanie Saul nach eigenen Worten „der faulste Mensch auf der Welt.“ Nun rennt sie. Und rennt. Und rennt.

+++ Aktuelle Promi-News +++

Die 38-jährige Extremsportlerin wollte eigentlich am Samstagmittag einen 250 Kilometer langen Spendenlauf auf dem Remstalweg am Olgahospital in Stuttgart beenden – allerdings war sie auch am frühen Abend noch nicht ganz am Ziel. „Ich kämpfe mit der Hitze“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur auf den letzten Metern. Am frühen Donnerstagmorgen war sie gestartet.

Mit dem Lauf will Saul Spenden für die Kinderkrebsstation des Krankenhauses zu sammeln. Ein erster Versuch Mitte April war wegen der damals geltenden Ausgangssperre kurzfristig abgesagt worden. Die gebürtige Thüringerin – Saul stammt aus Jena – war die Strecke bereits 2013 bei widrigen Bedingungen, Schnee und eisiger Kälte gelaufen und hatte dabei mit ihrem Team knapp 25.000 Euro an Spendengeldern gesammelt.

In den vergangenen Jahren hat die Welzheimerin (Rems-Murr-Kreis) immer wieder mit teils sehr ausgefallenen Herausforderungen auf der Laufstrecke für Schlagzeilen gesorgt. Die gelernte Bankkauffrau startete als eine von ganz wenigen Frauen beim britischen Tough-Guy-Race, sie wälzte sich beim Wildsau-Dirtrace in Österreich im Schlamm und entdeckte schließlich die Ultraläufe, die länger sind als ein Marathon und möglichst viele Höhenmeter haben sollten. Zudem legte sie 300 Kilometer in Feuerwehrmontur zurück und rannte rund um den Bodensee und zur Zugspitze hinauf.



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Steigende Zahlen schon im Juli? Drosten erklärt, wie wir Delta noch bremsen können

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Immunität genügt noch nicht: Steigende Zahlen schon im Juli? Drosten erklärt, wie wir Delta noch bremsen können

Gerade genießt Deutschland eine einstellige Inzidenz. Doch wird sich die Delta-Virusvariante in Deutschland so entwickeln wie in England? Dann könnte es schon Anfang Juli hierzulande wieder steigende Inzidenzen geben, meint Christian Drosten. Noch bleiben aber Unterschiede – und Chancen.

Anpfiff in Deutschland – nein, nicht im EM-Spiel, sondern im Wettlauf gegen die Delta-Variante des Coronavirus.

„Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, wir sind hier jetzt im Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante“, sagte Charité-Virologe Christian Drosten am Freitagabend auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. „Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen.

Delta-Anteil verdoppelte sich innerhalb einer Woche

Nach einer Analyse des Robert-Koch-Instituts für die erste Juniwoche hatte sich der Anteil der Delta-Variante in Deutschland innerhalb von nur einer Woche auf sechs Prozent fast verdoppelt.

In den Wochen zuvor stagnierte diese Mutante bundesweit eher um die zwei Prozent. Auch jetzt liegt sie noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau – allerdings im Rückblick.

Ähnelt der B.1.1.7-Ausbreitung, die Deutschland die dritte Welle bescherte

„Vom Gefühl her kann ich sagen, uns rufen immer mehr Leute an, die Ausbrüche beschreiben, immer mehr Labore“, berichtete Drosten. Im Süden Dänemarks und in Schleswig-Holstein gebe es gerade ein Ausbruchsgeschehen. „Das erinnert mich an den Beginn der B.1.1.7-Epidemie in Deutschland, wo es genauso war“, sagte der Virologe.

Die ansteckendere Variante B.1.1.7., die 2020 in Großbritannien bekannt wurde, hatte Deutschland im Winter in die dritte Pandemiewelle getrieben. Eindämmungsmaßnahmen kamen zu spät oder waren zu inkonsequent.

Infektionen mit Delta traten in Impflücken auf

Die Situation jetzt in Deutschland sei mit der in England im Mai durchaus ein wenig vergleichbar, analysierte Drosten. In Großbritannien hatte die ansteckendere Delta-Variante innerhalb weniger Wochen trotz fortgeschrittener Impfquoten deutlich die Vorherrschaft im Infektionsgeschehen übernommen. Die 7-Tages-Inzidenzen stiegen wieder – von 20 auf 70. Lockerungen wurden deshalb gestoppt.

Angesteckt hätten sich dabei vor allem junge Erwachsene, sagte Drosten. Die Infektionen hätten sich in England vorwiegend in den Impflücken abgespielt.

Wie unterscheiden sich die Impfstoffe? FOCUS Online erklärt es Ihnen

Die derzeit in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe basieren auf zwei Verfahren: messenger-RNA (mRNA) oder einem Vektor. Wie diese Ansätze sich unterscheiden, hat FOCUS Online in einer Animationsserie verdeutlicht.

Drosten spekuliert: „Müssten damit rechnen, dass Anfang Juli in Deutschland auch die Meldezahlen wieder hochgehen“

„Wenn wir jetzt so rechnen würden, wie sich das in England entwickelt hat, also mit einer ungefähren Verdoppelung pro Woche, dann hätten wir dieses spekulative Szenario: Dann lägen wir in dieser Woche schon bei 20 Prozent“, rechnete der Virologe. Anfang Juli wäre die Delta-Variante dann auch in Deutschland im Bereich der Dominanz. „Und wir müssten damit rechnen, dass Anfang Juli in Deutschland auch die Meldezahlen wieder hochgehen“, folgerte der Wissenschaftler. Das sei aber noch reine Spekulation und eine Hypothese. Deutschland habe noch Chancen, wenn es die Inzidenz in den nächsten Wochen weiter senken könne. „Was auch helfen könnte, sind die Schulferien. In England ging es in den Schulen los. Das ist ein deutlicher Unterschied.“

Es gebe aber auch in Deutschland noch keine ausreichende Immunität durch die Impfung zur Eingrenzung eines möglichen Inzidenzanstiegs. Bundesweit ist rund die Hälfte der Erwachsenen einmal geimpft, ein knappes Drittel vollständig.

 

 
 

 

In England stiegen die Inzidenzen trotz höherer Impfquoten aber weiter, sagte Drosten. Dort seien die Ansteckungen in Schulen und in den Veranstaltungs- und Freizeitbereich bei jungen Leuten übergeschwappt. „Das werden wir dann wahrscheinlich auch in Deutschland sehen.“

Geimpfte und Genese sind gut geschützt

Es sei bisher aber keine erhöhte Re-Infektionsrate zu beobachten. Der Virologe erklärte; „Das heißt, die, die entweder geimpft sind oder infiziert waren, sind gut geschützt.“ Für die Zukunft sei auch ein Verlust des Zusammenhangs zwischen Fallzahl und Krankheitslast zu erwarten. Trotz Ansteckung würden die Infektionen dann milde oder gar nicht spürbar.

„Im Extremfall beobachten wir eine Laborepidemie, wenn wir alle geschützt hätten. Aber wir wissen alle, Kinder sind noch nicht geschützt und viele andere auch nicht“, sagte Drosten. Deshalb müsse man die Krankheitsschwere bei der Delta-Variante im Moment immer noch ernst nehmen. Auch in England gebe es weiter Klinikeinweisungen auf einem stagnierenden Level. Bei den Nicht-Geimpften sei die Krankheitsschwere durch die Delta-Virusvariante also wahrscheinlich durchaus erhöht. Es gebe aber bisher keine Evidenz dafür, dass es kränker mache als andere Varianten, ergänzte Drosten.

Streeck: „Wir versäumen es, aus der Pandemie maximal zu lernen“

Ähnlich alarmiert betonte der Bonner Virologe Hendrik Streeck, man sei nicht am Ende der Pandemie. Er beklagte, die Politik sei immer noch zu reaktiv und nicht aktiv genug. „Wir versäumen es, aus der Pandemie maximal zu lernen und uns auf Herbst und Winter vorzubereiten. Es herrscht allgemein der Eindruck, das Virus verschwindet und dass wir die Pandemie überwunden haben, wenn die nächsten Monate ruhig laufen“, sagte Streeck der „Fuldaer Zeitung“ (Samstag). Man müsse sich aber für alle Eventualitäten, die im Herbst eintreten könnten, vorbereiten. Es gebe zu viele Unbekannte – darunter auch die Delta-Variante.

In der Corona-Krise spricht Lauterbach von einem „historischen Versagen“

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dpa





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