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#allesdichtmachen: Bizarre Kampagne gegen Medien und Bundesregierung

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Nina Gummich steht vor einem Vorhang und fühlt sich „richtig gut“. Die Schauspielerin, bekannt aus Serien wie „Beat“, „Charité“ und „Babylon Berlin“ habe sich von „ihrer eigenen Meinung freigemacht“, sagt sie in einem sechzigsekündigen Videoclip. „Es ist für uns alle am besten, wenn wir einfach das wiedergeben, was uns von der Bundesregierung aufgetragen wird“, fügt sie mit einem Lächeln hinzu. „Befreit euch von eurer eigenen Meinung!“

Jan Josef Liefers bedankt sich in seinem Videoclip ironisch bei den deutschen Medien, weil sie dafür sorgten, „dass kein unnötiger kritischer Disput uns ablenken kann von der Zustimmung zu den sinnvollen und immer angemessenen Maßnahmen unserer Bundesregierung.“ Die Schauspielerin Miriam Stein macht sich nach eigener Aussage Sorgen: „Es kann nicht angehen, dass Menschen denken, sie seien gesund, nur weil sie keine Symptome haben.“ Und Kostja Ullmann hat alle seine Kontakte von seinem Handy gelöscht, weil er seine Gesprächspartner beim Telefonieren vor seinem geistigen Auge gesehen habe. Denn: „Wenn man sich sieht, kann man sich anstecken.“

„Was soll dieser Scheiß?“

Insgesamt 53 solcher Clips fluten unter dem Titel „Alles dichtmachen“ am späten Donnerstagabend die deutschsprachigen sozialen Medien, begleitet von Hashtags wie #niewiederaufmachen und #lockdownfuerimmer. Unter den beteiligten Schauspielerin sind noch weitere Größen der Zunft wie Nadja Uhl, Ulrich Tukur sowie die Tatort-Darsteller Ulrike Folkerts und Wotan Wilke Möhring. 

Die Verwirrung ist groß. „Was soll dieser Scheiß?“, fragt eine Nutzerin auf Twitter. Die Videos sind ohne Kontext auf einer dazugehörigen Website und auf Youtube hinterlegt. Laut Impressum geht das Projekt auf den Münchner Filmproduzenten Bernd K. Wunder zurück. In den sozialen Medien hatte sich Wunder gelegentlich kritisch über Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus geäußert. „Jeder der sich an dieser Panikmache beteiligt ist daran Schuld!“, schrieb Wunder letztes Jahr auf Instagram neben ein Bild von Kindergartenkindern in Thailand, die durch Folien voneinander getrennt wurden. „Der Ausdruck Coronazi ist somit absolut gerechtfertigt…“ Befürworter von Lockdown-Maßnahmen bezeichnete Wunder im letzten Mai als „Mundschutzknappen“.

„Wir haben gesagt, was gesagt werden wollte“

Lassen sich deutsche Schauspiel-Stars von „Querdenkern“ und Corona-Leugnern vor den Karren spannen? Die „Corona-Kritiker“ selbst fassen es zumindest so auf. Rechtsextreme Blogs und Telegram-Kanäle gehören zu den ersten, die das Projekt aufgreifen und mit ihrer Reichweite nach nur wenigen Stunden zu einem der meistdebattierten Themen in den sozialen Medien machen. „Unbedingt anschauen!“, fordert der rechte Publizist Roland Tichy. „Großartig“, lobt Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen. Aber auch der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit ist begeistert. „Ein Meisterwerk“, schreibt er auf Twitter. „Es sollte uns sehr nachdenklich machen.“

Von den Schauspielern selbst kamen bislang kaum öffentliche Einlassungen zu dem Projekt. Als einer der wenigen meldete sich Jan Josef Liefers zu Wort. „Einige Kollegen und auch ich haben hier gesagt, was gesagt werden wollte“, schrieb Liefers am Donnerstag auf Instagram. „Mein Punkt waren die Medien und ihre primäre Berichterstattung im letzten Jahr. Habt Ihr Euch rundherum gut informiert gefühlt? Konntet Ihr Euch aus den Nachrichten eine eigene Meinung bilden? Oder habt Ihr Euch manipuliert gefühlt? Nur halb informiert? Habt Ihr es auch so erlebt, als wären die meisten Journalisten plötzlich einem Chor beigetreten?“

„Eklige Arroganz“

Konkrete Belege bleibt Liefers schuldig, genau wie seine 52 Kollegen. Doch das vorgeblich als Medienkritik konzipierte Projekt zieht selbst einiges an Unverständnis auf sich. „Privilegierte Schauspieler mit fettem Bankkonto und dicken Anwesen sind ja wohl die letzten, die sich über irgendwelche Corona-Maßnahmen beschweren sollten“, schreibt ein User. „Diese Videos sind ihre ekligen Arroganz für mich unerträglich“, kommentiert eine Nutzerin.

Und auch in der Schauspiel-Branche formiert sich Kritik. Als Volker Bruch seinen Clip auf Instagram postet, kommentiert Kollege Elyas M’Barek: „Come on, das ist doch Blödsinn. (…) Kann ich null nachvollziehen.“ Und Christian Ulmen schreibt auf Bruchs Instagram-Seite zu einem Video von Liefers: „Ken Jebsen hätte es nicht schöner sagen können.“





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Bundesländer lockern: Neue bundesweite Einreise-Regeln

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Berlin (dpa) – Für Urlaubsrückkehrer und andere Einreisende nach Deutschland gelten ab heute bundesweit einheitliche Corona-Regeln. Für vollständig Geimpfte und Genesene fallen Vorgaben zu Quarantäne und Test-Erfordernissen weg – außer, man kommt aus einem Gebiet mit neuen, ansteckenderen Virusvarianten.

Laut einer vom Kabinett beschlossenen Verordnung können auch Nicht-Geimpfte die bisher übliche Quarantäne von zehn Tagen nach Einreise vermeiden – wenn sie aus einem „Risikogebiet“ mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 kommen. Dafür muss man belegen, dass man frisch negativ getestet ist. Gehen soll das auch durch Hochladen des Nachweises in der digitalen Einreiseanmeldung.

Die Regelung soll auch Reisen im Sommer in Europa erleichtern, etwa, wenn geimpfte Eltern zusammen mit nicht-geimpften Kindern reisen. Wie Reiseländer für deutsche Urlauber eingestuft werden, ist auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) zu sehen. Zentraler Faktor für die Einstufung als „Risikogebiet“ sind mehr als 50 gemeldete Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Daneben gibt es „Hochinzidenzgebiete“ ab der Schwelle von 200 sowie „Virusvariantengebiete“ mit neuen Mutationen. Bei der Rückkehr aus Hochinzidenzgebieten soll es dabei bleiben, dass man die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test verkürzen kann. Rückkehrer aus Virusvariantengebieten müssen weiter für 14 Tage in häusliche Quarantäne gehen, die nicht per Test verkürzt werden kann.

Mit den sinkenden Neuinfektionszahlen lockern immer mehr Bundesländer die Corona-Regeln für Regionen, bei denen die Bundesnotbremse von 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen nicht mehr greift. Baden-Württemberg will für Kreise, in denen fünf Tage lang die Inzidenz von 100 unterschritten wird, die Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit entschärfen. So soll die Außen- und Innengastronomie zwischen 6.00 Uhr und 21.00 Uhr mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart. Geplant ist ferner, dass in den Kreisen mit niedrigen Inzidenzen Hotels und Pensionen wieder öffnen und Ferienwohnungen vermietet werden können.

In Schleswig-Holstein sollen ebenfalls die Corona-Regeln gelockert werden, vor allem im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und in der Freizeit. Niedersachsen öffnet touristische Übernachtungen und Außengastronomie für Einwohner des Bundeslandes. In weiteren Bundesländern sind Lockerungen zu Pfingsten geplant. Die Sieben-Tages-Inzidenz näherte sich zuletzt bundesweit der Marke von 100, am Mittwoch gab das RKI sie mit 107,8 an.

Auch beim Impfen gegen das Coronavirus kommt Deutschland voran. Am Dienstag wurden laut RKI zum dritten Mal mehr als eine Million Menschen an einem Tag geimpft. 34,3 Prozent aller Einwohner haben eine Erstimpfung erhalten. Bei den Zweitimpfungen wurde die Marke von zehn Prozent erreicht.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich mit Blick auf den Sommer zuversichtlich, richtete aber auch mahnend den Blick auf den Herbst. „Die Zahlen entwickeln sich sehr positiv. Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen steht nichts mehr entgegen, wenn wir jetzt nicht unvorsichtig werden“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. „Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, müssen wir Vorkehrungen insbesondere für Reiserückkehrer treffen“, fügte er hinzu. Mindestens 20 Prozent der Bevölkerung würden auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen können oder wollen. „Wir brauchen deswegen schon jetzt strenge Tests an den Flughäfen und eine Quarantäne der Reisenden, bis das Testergebnis vorliegt für diejenigen, die aus Mutationsgebieten kommen“, forderte der SPD-Politiker.



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Denzel Washington in „Macbeth“ Neuverfilmung

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Los Angeles (dpa) – Eine Neuverfilmung des Shakespeare-Klassikers „Macbeth“ mit hochkarätigen Oscar-Preisträgern soll noch in diesem Jahr in die Kinos kommen.

+++ Aktuelle Promi-News +++

„The Tragedy of Macbeth“ mit Frances McDormand (63, „Nomadland“) und Denzel Washington (66, „Training Day“) wird vom Studio A24 und Apple Original Films herausgebracht, wie der Streamingdienst Apple TV+ mitteilte.

Regie führt Joel Coen („Fargo“, „No Country for Old Men“), der schon häufiger mit seiner Frau McDormand zusammenarbeitete. Die Schauspielerin hatte Ende April für „Nomadland“ den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen. Gewöhnlich ist bei Coen-Projekten auch Joels Bruder Ethan als Produzent, Regisseur oder Drehbuchschreiber beteiligt. „Macbeth“ ist aber ein Solo-Projekt von Joel, der auch das Skript und die Produktion übernimmt.

Die Tragödie von William Shakespeare von 1606 dreht sich um einen machtgierigen, skrupellosen Fürsten (Washington), der mit Hilfe seiner Frau Lady Macbeth (McDormand) zum König von Schottland aufsteigen will. Nach Leinwandadoptionen durch Orson Welles (1948) oder Roman Polanski (1971) holte 2015 der Australier Justin Kurzel Michael Fassbender und Marion Cotillard als mörderisches Fürstenpaar vor die Kamera.



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Apple TV+: Denzel Washington in «Macbeth» Neuverfilmung

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Denzel Washington in «Macbeth» Neuverfilmung

US-Schauspieler Denzel Washington. Foto: Lisa Ducret/dpa

© dpa-infocom GmbH

In der um 1606 geschriebenen Tragödie spielt Washington einen skrupellosen Fürsten, der mit Hilfe seiner Frau Lady Macbeth zum König von Schottland aufsteigen will.

Eine Neuverfilmung des Shakespeare-Klassikers «Macbeth» mit hochkarätigen Oscar-Preisträgern soll noch in diesem Jahr in die Kinos kommen.

«The Tragedy of Macbeth» mit Frances McDormand (63, «Nomadland») und Denzel Washington (66, «Training Day») wird vom Studio A24 und Apple Original Films herausgebracht, wie der Streamingdienst Apple TV+ mitteilte.

Regie führt Joel Coen («Fargo», «No Country for Old Men»), der schon häufiger mit seiner Frau McDormand zusammenarbeitete. Die Schauspielerin hatte Ende April für «Nomadland» den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen. Gewöhnlich ist bei Coen-Projekten auch Joels Bruder Ethan als Produzent, Regisseur oder Drehbuchschreiber beteiligt. «Macbeth» ist aber ein Solo-Projekt von Joel, der auch das Skript und die Produktion übernimmt.

Die Tragödie von William Shakespeare von 1606 dreht sich um einen machtgierigen, skrupellosen Fürsten (Washington), der mit Hilfe seiner Frau Lady Macbeth (McDormand) zum König von Schottland aufsteigen will. Nach Leinwandadoptionen durch Orson Welles (1948) oder Roman Polanski (1971) holte 2015 der Australier Justin Kurzel Michael Fassbender und Marion Cotillard als mörderisches Fürstenpaar vor die Kamera.

dpa



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