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Wirtschaft

Airports stehen vor dem Aus – fordern umfassende Staatshilfen

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Der Luftverkehr ist wegen der Corona-Pandemie eingebrochen. Das merken auch die Flughäfen – einige stehen kurz vor dem Aus. Die Airports warten deshalb sehnsüchtig auf Hilfen vom Bund.

Die Lufthansa macht fast sechs Milliarden Euro Verlust im Gesamtjahr – mindestens; der Flugzeugbauer Boeing will bis Ende 2021 30.000 Stellen streichen: Die Corona-Misere der Luftfahrt zeigt sich nicht nur in immer neuen Schreckenszahlen der Unternehmen. Allein ein Blick gen Himmel genügt: Kaum ein Flugzeug ist zu sehen.

Doch nicht nur Flugzeugbauer und Airlines schreiben Milliardenverluste, streichen Stellen oder würden ohne Staatshilfen nicht überleben. Auch viele Flughäfen in Deutschland stehen vor dem Aus.

„Die Lage der Flughäfen ist dramatisch“, sagte Ralph Beisel, Geschäftsführer des Flughafenverbands ADV im Gespräch mit t-online. „Einige Standorte sind in ihrer Existenz gefährdet.“

Flughafenverband fordert Staatshilfen

Beisel fordert deshalb umfassende Staatshilfen von Andreas Scheuer (CSU), der als Bundesverkehrsminister für die Airports zuständig ist und für Freitag zu einem digitalen „Luftverkehrsgipfel“ geladen hat. An diesem nehmen neben Branchenvertretern auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) teil.

„Die Flughäfen in Deutschland benötigen mindestens die Erstattung der Vorhaltekosten von 740 Millionen Euro, die in den ersten Monaten des Lockdowns von März bis Juni aufgelaufen sind“, sagte Beisel. Damit meint der ADV-Chef etwa die Kosten für die Flughafenfeuerwehren oder die Besetzung des Towers.

„Mittelfristig brauchen die Airports deutlich mehr Unterstützung, da sie jeden Tag rund 10 Millionen Euro verlieren.“ Wie groß die Summe für die kommenden Monate sein sollte, hänge maßgeblich davon ab, ob die Flughäfen den Betrieb wie zuletzt auch während weiterer Lockdowns aufrechterhalten müssten.

Flughäfen müssen Betrieb sicherstellen

Das Problem der Flughäfen ist nämlich ein besonderes: Die Betreiberunternehmen der Airports sind laut Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung verpflichtet, „den Flughafen in betriebssicherem Zustand zu halten und ordnungsgemäß zu betreiben.“ Nur die jeweils zuständigen Luftfahrtbehörden der Bundesländer können die Flughäfen von dieser Betriebspflicht befreien.

„Im ersten Lockdown blieben alle Flughäfen auf Wunsch von Bund und Ländern im Betrieb zur Sicherstellung der Versorgung und für Krankentransporte“, sagte Beisel. „Soll das auch künftig so bleiben, erwarten wir, dass uns wenigstens die Kosten der Betriebsbereitschaft erstattet werden.“

Beihilfe-Erlaubnis der EU liegt vor

Den meisten Flughäfen ist es nicht möglich, Hilfen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) zu erhalten, der vielen privaten Firmen hilft. Grund ist die Eigentümerstruktur der Airports: Denn die Flughäfen sind oft mehrheitlich in öffentlicher Hand – also in der von Ländern oder Kommunen.

Um dennoch Hilfen vom Bund zu bekommen, brauchte es eine beihilferechtliche Erlaubnis der EU-Kommission. „Diese hat sich die Bundesregierung bei der EU bereits im August geholt“, sagte Beisel. „Doch Hilfen sind noch nicht geflossen.“

„Es ist höchste Zeit, dass entschlossen gehandelt wird“

Das soll sich ändern: Der Verkehrsminister kündigte ein Rettungspaket von rund einer Milliarde Euro an. „Schützen und Stützen ist weiter das Motto im Luftverkehr“, so Scheuer am Dienstag in Berlin. Dazu will der Verkehrsminister noch vor dem Luftverkehrsgipfel mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sprechen.

Das Bundesfinanzministerium bestätigte auf t-online-Anfrage einen Austausch mit dem Verkehrsministerium. „Die Bundesregierung stemmt sich mit aller Kraft gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise, die auch und insbesondere die Flughäfen vor große Herausforderungen stellt“, teilte ein Ministeriumssprecher mit. 

Der Sprecher stellt etwa auf das verlängerte Kurzarbeitergeld ab – sowie auf die Beihilfe-Erlaubnis der EU, für die sich die Regierung eingesetzt habe. „Die Bundesregierung hat sehr schnell nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie reagiert und Hilfsmaßnahmen beschlossen, von denen auch die Flughäfen profitieren. Diese Hilfen stehen bereit und werden genutzt.“

Von neuen Hilfen für die Airports, wie Scheuer sie ankündigte, ist derweil keine Rede. Eine Anfrage von t-online beim Verkehrsministerium blieb bis zum Abend noch unbeantwortet.

Verband: 45.000 Stellen bedroht

Für Ralph Beisel ist vor allem wichtig, dass die Hilfsgelder zeitnah fließen. „Es ist höchste Zeit, dass entschlossen gehandelt wird.“ Schon jetzt gehe es den Flughäfen in Deutschland sehr schlecht.

Jeder vierte der rund 180.000 Arbeitsplätze an den deutschen Flughäfen sei bedroht, das entspricht rund 45.000 Beschäftigten. „Und es könnten noch deutlich mehr werden“, so der ADV-Chef.

Beisel erwartet, dass die deutschen Flughäfen in diesem Jahr einen Verlust von 1,7 Milliarden Euro und im nächsten Jahr von 1,3 Milliarden Euro machen werden. „Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht überwunden“, sagte Beisel. „Im besten Fall werden wir 2023 wieder das Vor-Krisen-Niveau sehen.“



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Toyota will Gewinnprognose mehr als verdoppeln

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Toyota

Der Autobauer werde Medienberichten zufolge nun ein Betriebsergebnis von über einer Billion Yen (rund 8,2 Milliarden Euro) anpeilen.


(Foto: AP)

Tokio Toyota profitiert einem Medienbericht zufolge von einer Erholung der Fahrzeugmärkte in China und in den USA. Der größte japanische Autobauer wolle deswegen bei der Vorlage der Quartalszahlen am Freitag seine Gewinnprognose für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr mehr als verdoppeln, berichtet die Zeitung „Mainichi“. Er werde nun wohl ein Betriebsergebnis von über einer Billion Yen (rund 8,2 Milliarden Euro) anpeilen.

Wegen des globalen Absatzeinbruchs in der Branche in der Coronakrise hatte Toyota im August lediglich einen operativen Gewinn von 500 Milliarden Yen prognostiziert und damit das schwächste Ergebnis seit neun Jahren. Allerdings liegt auch die neue Prognose noch deutlich unter dem Gewinn des vorherigen Geschäftsjahres, als es rund 2,5 Billionen Yen waren. Analysten rechnen diesmal im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 1,25 Billionen Yen. Toyota wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Mehr: Der Autoabsatz in China ist im Oktober vorläufigen Berechnungen zufolge deutlich gestiegen. Im September war der Absatz aber noch höher ausgefallen.



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Fed bleibt auf Niedrigzinskurs: Anleger wetten auf „Weiter so“ nach US-Wahl

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Die Rally an der Wall Street hält an. Dabei setzen die Anleger darauf, dass es in den USA nach der Präsidentschaftswahl keinen radikalen politischen Richtungswechsel geben wird. Die US-Notenbank bleibt bei ihrer ultralockeren Geldpolitik. Derweil gehen die Aktien eines Chip-Herstellers durch die Decke.

In der Hoffnung auf eine Fortsetzung des wirtschaftspolitischen Status Quo in den USA decken sich weitere Anleger mit Aktien ein. „Die Märkte bevorzugen eine gespaltene Regierung“, sagte Anlagestratege Brian Levitt vom Vermögensverwalter Invesco. Dies dämpfe die Sorgen vor Steuererhöhungen, umfangreichen Investitionen in erneuerbare Energien oder Änderungen an der Krankenversicherung. Daher stieg der US-Standardwerteindex Dow Jones an diesem Donnerstag um 2,0 Prozent auf 28.390 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 2,6 Prozent auf 11.890 Punkte vor und der breit gefasste S&P 500 legte 1,9 Prozent auf 3510 Punkte zu.

Nasdaq Composite 11.890,93

Joe Biden, dem Herausforderer von US-Präsident Donald Trump, fehlen im Wahlgremium nur noch wenige Stimmen für den Einzug ins Weiße Haus. Seine Demokraten verfehlten jedoch ihr Ziel, neben dem Repräsentantenhaus auch im Senat die Mehrheit zu erringen. Damit sei eine strengere Regulierung der Wirtschaft vom Tisch, sagte Portfoliomanager Justin Onuekwusi vom Vermögensverwalter Legal & General. „Das ist ein riesiger Positiv-Faktor und wiegt die Wahrscheinlichkeit eines kleineren Konjunkturpakets auf.“ Schwindende Furcht vor Kartell-Ermittlungen verhalf großen Technologiekonzernen wie Amazon oder Apple zu Kursgewinnen von bis zu 3,6 Prozent.

Fed als Retter in der Not

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.943,88

Inmitten der Hängepartie um den Ausgang der Wahl bereitete die Notenbank Fed den Boden für neue Konjunkturhilfen. Sie beließ den Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent und hielt zugleich die Tür für neue Nothilfen in der Corona-Pandemie offen. Fed-Chef Jerome Powell sagte, die Währungshüter hätten auf der Sitzung ihr milliardenschweres Anleihenprogramm analysiert und breit darüber diskutiert. Sie seien entschlossen, falls nötig mit „kraftvollen Instrumenten“ wie diesen die von der Krise hart getroffene Wirtschaft noch stärker zu stützen. Dauer, Umfang und Zusammensetzung des Kaufprogramms könne bei Bedarf angepasst werden.

Diese Aussicht setzte der Weltleitwährung erneut zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel um 0,9 Prozent. Gleichzeitig deckten sich Anleger mit Gold ein, das sich um 2,4 Prozent auf 1948 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte. Das Edelmetall dient häufig als Absicherung gegen Inflation.

Börsianer schließen Unruhen nicht aus

Qualcomm
Qualcomm 123,32

Einige Börsianer warnten allerdings davor, angesichts des knappen US-Wahlausgangs auf eine reibungslose Machtübergabe zu vertrauen. Trump werde sich verbissen an die Macht klammern, prophezeite Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. „Wir stehen am Rande eines Bürgerkrieges und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Trump die Pforten hierfür öffnet.“ In mehreren US-Städten zogen sowohl Trump- als auch Biden-Anhänger auf die Straßen, einige von ihnen mit Waffen. Gleichzeitig brachte Trump seine Anwälte in Stellung, um die laufende Auszählung in einigen Bundesstaaten zu stoppen oder um eine Neuauszählung durchzusetzen.

Qualcomm auf Rekordhoch – GM auf Überholspur

General Motors (GM)
General Motors (GM) 37,14

Am US-Aktienmarkt schossen die Papiere von Qualcomm um gut zwölf Prozent in die Höhe, nachdem der Chip-Hersteller für das laufende Quartal einen Umsatz über Markterwartungen in Aussicht gestellt hatte. Das Unternehmen gehöre zu den Profiteuren der Umstellung auf den neuen Mobilfunkstandard 5G, für dessen Nutzung neue Mobiltelefone notwendig seien, schrieben die Analysten vom Vermögensverwalter Canaccord Genuity.

Gefragt waren auch die Titel von General Motors (GM), die sich um 5,4 Prozent verteuerten. Dank des reißenden Absatzes profitabler Pickups und SUV machte der Autobauer einen überraschend hohen Quartalsgewinn. Die Gewinnmarge von 15 Prozent sei beeindruckend, lobte Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies.



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Biden wird bescheiden bleiben müssen

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Derzeit in Führung: Joe Biden, der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, am 4. November in Wilmington, Delaware

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Im derzeit wahrscheinlichsten Szenario wird Joe Biden gegen eine republikanische Mehrheit im Senat regieren müssen. In diesem Ergebnis steckt die Aufforderung der Wähler, bescheiden zu bleiben.

Vieles deutet darauf hin, dass die amerikanische Innenpolitik in den kommenden zwei Jahren einem Abnutzungskrieg ähneln wird. Im wahrscheinlichsten Szenario regiert der demokratische Präsident Joe Biden gegen eine republikanische Mehrheit im Senat. In diesem Ergebnis steckt die Aufforderung der Wähler an die Demokraten, bescheiden zu bleiben. Die Mehrheit ist Donald Trumps offensichtlich überdrüssig geworden, doch sie gibt radikaleren Ideen in der demokratischen Agenda keinen Rückhalt. Das linke Bernie-Sanders-Lager hat vom Wähler auch eine Quittung bekommen.

Seinen Plan für eine Steuerreform, deren Hauptzweck die Umverteilung ist, kann Biden erst einmal zurückstellen. Sie hat keine Chance gegen republikanische Senatoren, für die Steuersenkungen zum politischen Lebenselixier gehören. Die Gesundheitsreformpläne darf Biden genauso einmotten wie seine ambitionierte Klimapolitik. Selbst die weitere Absicherung der Wirtschaft und der Haushalte in der Pandemie-Krise dürfte schwierig werden. Denn seit langem haben sich die Republikaner angewöhnt, immer dann für strikte Haushaltspolitik einzutreten, wenn ein Demokrat im Weißen Haus residiert. Sie legten Bill Clinton und Barack Obama Zügel an, während sie ihre Präsidenten Ronald Reagan, George W. Bush sowie zuletzt Trump hohe Schulden auftürmen ließen.



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