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30 Jahre Mauerfall: DDR-Flüchtlinge in Nothilfelagern in Ungarn | Deutschland | DW

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Es ist nicht irgendein Stück Stacheldraht, das in der Wohnung von Heide und Uwe Schiller hängt. Es ist ein Stück Stacheldraht aus dem ungarischen Grenzzaun zu Österreich, den die Welt als den Eisernen Vorhang kennt. Die Grenze also, die die Sowjetunion im Kalten Krieg vom Westen trennte. Die Schillers stammen aus der DDR. Das Stück Stacheldraht soll sie für immer an ihre Flucht über Ungarn in die Bundesrepublik erinnern, als die Grenze in der Nacht vom 10. auf den 11. September 1989 endgültig geöffnet wurde.

Heide und Uwe Schiller bei der Gedenkveranstaltung zum 30. Jahrestag der Malteser-Nothilfelager in Budapest

„Der Stacheldraht ist das Ende unserer gesamten Fluchtgeschichte“, erzählt Heide Schiller heute. Ein ungarischer Grenzbeamter schenkte ihnen das Stück, kurz nachdem sie die Grenze übertreten hatten. Heide Schiller und ihr Mann hatten Mitte August 1989 ihre Heimatstadt Gera in der DDR mit einem Visum nach Ungarn verlassen. Der offizielle Grund: eine Einladung zu einer Hochzeit. Der inoffizielle: Beide wollten versuchen, über Ungarn in die BRD zu gelangen. „Wir waren in unglaublicher Anspannung. Es war eine Mischung aus Euphorie und panischer Angst“, sagen beide. Die Schillers schlossen ihre Wohnungstür ab und kehrten nie mehr zurück.

Ungarn baut Grenzanlagen ab

Ungarn hatte bereits Anfang Mai 1989 damit begonnen, die ersten Stellen im Eisernen Vorhang einzureißen – das Land hatte beschlossen, dieGrenzanlagen abzubauen. Die Entscheidung löste eine regelrechte Massenflucht von Ost nach West aus. Es war der erste Schritt in einem Prozess, der am Ende die Berliner Mauer und den gesamten Eisernen Vorhang zu Fall brachte.

Grenzöffnung zwischen Ungarn und Österreich 1989 (DPA)

Die Außenminister Österreichs und Ungarns, Alois Mock (l) und Gyula Horn (r), durchtrennen am 27.06.1989 den Grenzzaun

So versuchten im Verlauf des Sommers ’89 immer mehr DDR-Flüchtlinge, über Ungarn in den Westen zu gelangen. Auf Ihrem Weg erhielten sie Zuflucht in den Nothilfelagern der Malteser. Viele Menschen waren verängstigt und erschöpft. Sie hatten alles hinter sich gelassen, und doch konnte ihnen keiner garantieren, dass ihr Plan aufgehen würde.

Auf dem Gelände der Zugliget Kirche - Historischer Malteser Einsatz für die DDR-Flüchtlinge in Budapest 1989 (Wolfgang Wagner)

10 000 DDR-Flüchtlinge wurden in drei Lagern in Budapest betreut, ehe sie ausreisen durften

So ging es auch dem Ehepaar Schiller. Vier Wochen verbrachten sie in einem der insgesamt drei Malteser-Lager in Budapest. Gemeinsam mit ehemaligen Helfern sowie anderen Flüchtlingen, die auch in den Lagern saßen, feiern sie an diesem Mittwoch das 30-jährige Jubiläum der ungarischen Grenzöffnung mit einer kleinen Ausstellung in Berlin. „Trotz der 30 Jahre, die vergangen sind – die Erinnerungen sind noch da, und die sollen auch dableiben“, sagt Uwe Schiller. Er freut sich, dass auch Schulklassen zur Ausstellung gekommen sind und sich für die Geschichte interessieren. So wie der 14-jährige Schüler Matteo di Antonio aus Berlin. Matteos Vater lebte selbst in der DDR und hatte mehrmals versucht, die Mauer zu überwinden – vergeblich. „Wir sollten wertschätzen, wie gut es uns geht“, sagen Matteo und sein Mitschüler Calvin.

Gedenkveranstaltung 30-Jahre Grenzöffnung Ungarn und Malteser Nothilfelager (DW/M. Grundmann )

Die Berliner Schüler Matteo (l) und Calvin (r) schauen sich die Ausstellung zur Grenzöffnung an

Der damalige Einsatzleiter der Malteser, Wolfgang Wagner, betreute die Flüchtlinge im Lager. „Viele Menschen haben auf ihrer Flucht einen Angehörigen oder Freund verloren und ihr ganzes Hab und Gut zurückgelassen“, erzählt Wagner, „Wir haben immer gehofft, dass es klappt, und schließlich wurden die Grenzen ja auch geöffnet.“ 

Gedenkveranstaltung 30-Jahre Grenzöffnung Ungarn und Malteser Nothilfelager (DW/M. Grundmann )

Wolfgang Wagner war damals Einsatzleiter der Malteser-Flüchlingslager in Budapest

An den Moment erinnern sich alle noch ganz genau: Als der ungarische Außenminister Gyula Horn am 10. September gegen 19.15 Uhr die Grenzöffnung in einer Fernsehansprache bekanntgibt, gehen seine Worte im Freudenschrei der Lagerinsassen unter. Schnell macht sich Aufbruchstimmung breit, in den nächsten 24 Stunden passieren tausende Menschen die Grenze. Insgesamt fliehen rund 55.000 DDR-Bürger auf diesem Weg in den Westen. 

Gelebte Solidarität

Heide und Uwe Schiller wollen etwas von der Solidarität zurückgeben, die sie damals von den Maltesern, aber auch von der ungarischen Bevölkerung erhalten haben. „Wir können uns in die Flüchtlinge von heute ein Stück weit hineinversetzen. Wir haben unsere eingerichtete Wohnung in der DDR abgeschlossen und alles zurückgelassen. Und wir sind nur von Deutschland nach Deutschland gegangen, wir können uns kaum vorstellen, wie schwer das für die Geflüchteten aus anderen Ländern sein muss“, sagt Uwe Schiller, „Wir sollten dankbar sein, in was für einem Luxus wir heute hier in Deutschland leben.“ Das Ehepaar betreut heute eine eritreische Familie. Sie beide hätten gedacht, dass es 30 Jahre nach dem Mauerfall friedlicher zugehen würde in der Welt.





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Zahlreiche Tote bei Anschlag in Afghanistan | Aktuell Asien | DW

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Bei dem Anschlag in der östlichen Provinzhauptstadt Tscharikar seien 31 weitere Menschen verletzt worden, wie das Provinzkrankenhaus mitteilte. Laut Innenministerium handelte es sich um einen Selbstmordattentäter auf einem Motorrad. Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff.

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani (m.)

Die radikalislamischen Taliban hatten Anfang August zu einem Boykott der Präsidentschaftswahl in Afghanistan aufgerufen und gleichzeitig mit Gewalt gedroht. Die Bevölkerung solle sich von Wahlveranstaltungen fernhalten, um nicht zu einem potenziellen Ziel zu werden, hieß es. Die Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist für den 28. September angesetzt.

Regelmäßige Attentate

Bereits der erste Tag des Wahlkampfs um das Amt des Präsidenten Ende Juli war von einem schweren Anschlag überschattet worden. Bei einem Autobomben-Angriff auf das Büro des Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, Amrullah Saleh, in der Hauptstadt Kabul wurden mehr als 20 Menschen getötet.

Afghanistan | Mindestens 14 Tote bei Explosion in Kabul (Dw/G. Adeli)

Immer wieder kommt es in Afghanistan zu Anschlägen wie hier in Kabul (Archivbild)

Aufgrund der schlechten Sicherheitslage ist zudem die Durchführung der Wahl in vielen Gebieten gefährdet. Die Taliban lehnen Wahlen ab. In der Vergangenheit haben sie immer wieder Wahlveranstaltungen und Wahllokale angegriffen. Der erste Tag der Parlamentswahl im Oktober des Vorjahres war nach Angaben der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) der Tag mit der höchsten Zahl an zivilen Opfern im Jahr 2018.

cgn/hk (afp, dpa)





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Russland warnt die USA vor Instrumentalisierung der Angriffe auf Ölförderanlagen in Saudi-Arabien — RT Deutsch

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Ein Sprecher der saudisch geführten Koalition präsentiert Satellitenbilder des Drohnenangriffs, Riad, Saudi-Arabien, 16. September 2019

Die USA sehen den Iran hinter den jüngsten Angriffen auf Ölförderanlagen in Saudi-Arabien. Moskau hat „ernsthafte Bedenken“ und warnt Washington: Jede Reaktion könne den Energiemarkt destabilisieren und negative Konsequenzen für die Weltwirtschaft nach sich ziehen.

Das russische Außenministerium schlussfolgerte am Montag, die Angriffe seien eine „direkte Konsequenz auf die anhaltende Krise im Jemen.“ Die Rebellengruppe der Huthis hatte die Verantwortung für die Angriffe auf die Aramco-Ölförderanlagen in Saudi-Arabien übernommen. Washington und Riad sehen aber den Iran als Drahtzieher. Die Huthis seien nicht in der Lage, solche Angriffe durchzuführen. Zehn Drohnen sollen die Anlagen in Abqaiq und Khurais am Samstag angegriffen haben. Dadurch ruhten 50 Prozent der Rohöl- und Gasproduktion Saudi-Arabiens. 

Seit dem Jahr 2015 kämpfen die Huthis gegen die saudisch geführte Koalition im Jemen. Tausende Zivilisten wurden seither getötet oder starben an den Folgen von Krankheit und Unterernährung. Die USA werfen dem Iran vor, im Jemen einen Stellvertreterkrieg zu führen und die Huthis militärisch zu unterstützen. 

In Moskau warnte man vor kontraproduktiven Maßnahmen seitens der USA, wodurch die Angriffe auf die Ölanlagen genutzt werden könnten, um Stimmung gegen den Iran zu machen. Jede Aktion könnte sich negativ auf den Energiemarkt und die Weltwirtschaft auswirken. 

Am Dienstagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,49 US-Dollar. Das waren 53 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 76 Cent auf 62,14 Dollar. Zu Wochenbeginn war europäisches Rohöl in der Spitze auf mehr als 70 Dollar gestiegen.

Der iranische Außenminister Dschawad Sarif sagte: 

(Die) USA und ihre Klienten sitzen im Jemen fest, weil sie glauben, dass Waffenüberlegenheit zum militärischen Sieg führen wird. 

Florian Homm spricht Klartext: Angriff auf das Saudi-Herz und die Folgen für Deutschland



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